Zwang darf nicht zum politischen Mittel erklärt werden!

20. Februar 2012
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Der RCDS in Baden-Württemberg geht gegen die Landesregierung in die Offensive (Bild: RCDS Baden-Württemberg)

Der RCDS in Baden-Württemberg geht in die Offen­sive (Bild: RCDS Baden-Württemberg)

In Baden-Württemberg will die grün-rote Lan­des­re­gie­rung künf­tig jeden Stu­den­ten zwin­gen, Mit­glied in der Ver­fass­ten Stu­den­ten­schaft zu wer­den. In Ham­burg und in vie­len ande­ren Bun­des­län­dern gibt es sol­che Zwangs­mit­glied­schaf­ten bereits.

Die Ver­fasste Stu­den­ten­schaft ist eine poli­ti­sche Orga­ni­sa­tion. Sie gibt sich eine Sat­zung und erhebt einen Mit­glieds­bei­trag. Sie soll die Inter­es­sen der Stu­den­ten gegen­über Ver­wal­tung und Öffent­lich­keit ver­tre­ten. Eine zwei­fels­ohne wich­tige und ehren­werte Aufgabe.

Wer sich als Stu­dent nicht an der Ver­fass­ten Stu­den­ten­schaft betei­ligt, und sei es nur durch die Abgabe sei­ner Stimme zur Wahl des Stu­den­ten­par­la­men­tes, der ver­hin­dert auch die Ver­tre­tung sei­ner eige­nen Inter­es­sen. Wer der Mei­nung ist, Stu­den­ten­par­la­ment und AStA wür­den fern der Stu­den­ten agie­ren und ihnen sei an einer ech­ten Inter­es­sen­ver­tre­tung aller Stu­den­ten gar nicht gele­gen, der trägt selbst dazu bei, dass sich seine Pro­phe­zei­ung erfüllt. Das letzte Jahr zeigte: Wenn die Ver­nünf­ti­gen schwei­gen, glaubt man die Wüten­den in der Mehr­heit — auch wenn das Gegen­teil der Fall ist.

Doch der Zwang zur Teil­habe macht Orga­ni­sa­tio­nen und Struk­tu­ren nicht wert­vol­ler, nicht bes­ser, nicht demo­kra­ti­scher. Die Betei­li­gung an den StuPa-Wahlen an der Uni­ver­si­tät Ham­burg belegt es in jedem Jahr erneut. Kein Demo­krat, der sich für unser freiheitlich-demokratisches Gemein­we­sen ein­setzt, kann und darf den Zwang zum poli­ti­schen Mit­tel erklären.

Wir müs­sen um unsere Demo­kra­tie und ihre Struk­tu­ren — im Gro­ßen wie im Klei­nen — wer­ben und dür­fen uns nicht mit ein­fa­chen, aber wert­lo­sen Pflicht­mit­glied­schaf­ten begnü­gen. Bereits Adolph Frei­herr Knigge (1752−1796) wusste: „Zwang tötet alle edle, frei­wil­lige Hingebung.“

 

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Der Ring Christlich-Demokratischer Stu­den­ten (RCDS) in Baden-Württemberg star­tete in der ver­gan­ge­nen Woche eine Kam­pa­gne gegen die Ein­füh­rung der Zwangs­mit­glied­schaft in der Ver­fass­ten Stu­den­ten­schaft. Auf der Inter­net­seite www.vs-ohne-mich.de kön­nen sich Stu­den­ten in eine Unter­stütz­er­liste eintragen.

RCDS und der Ver­band der libe­ra­len Hoch­schul­grup­pen (LHG) haben dazu bereits ein For­de­rungs­pa­pier ver­öf­fent­licht. Gemein­sam ent­wi­ckel­ten sie ein eige­nes Modell zur Reform der stu­den­ti­schen Mit­be­stim­mung. Die Frak­tio­nen von CDU und FDP haben diese Initia­tive im Land­tag aufgegriffen.

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